Anwendung
des GFV-Messsystems
in
der Praxis
Messeinsatz:
Die Messausrüstung
wird per Transporter vor Ort gebracht und beinhaltet die Vorhaltung aller
zur Messdurchführung erforderlichen Gerätschaften sowie die Stromversorgung
soweit diese nicht bauseits gestellt wird. Die Arbeiten werden von einem
Projektingenieur und einem Techniker durchgeführt.
Nach Einrichten
des Messsystems wird die Messsonde auf Solltiefe in die Messstelle eingebracht
und mit Packern im Filterrohr fixiert. Während des Einfahrens der
Sonde in die Messstelle erfolgt eine Sichtung der Filterrohre und die Ortung
der Filterrohrübergänge (Abbildung 1 u. 2). So ist gewährleistet,
daß die Messzellen für die Messung in einwandfreien Filterrohrabschnitten
plaziert werden. Stark verschmutzte Filterrohrpartien werden über
Bildaufnahmen dokumentiert.
Nach der
Abpackerung erfolgt eine Beruhigungsphase zur Wieder-
herstellung
der natürlichen hydraulischen Verhältnisse und ein Tem-
peraturangleich.
Im Anschluß daran wird eine Messreihe gestartet. Eine Messreihe beinhaltet
die kontinuierliche Strömungsmessung in fixierter Tiefe über
einen beliebigen Zeitraum hinweg. Zur statistischen Ab-
sicherung
erfolgen Messungen in zwei unabhängigen Messzellen an-
nähernd
synchron. Zur Messung der Strömung werden Videobilder der vom Grundwasser
mitgeführten Schwebstoffe aufgezeichnet (Abbildung 3).
Die Videobilder
werden an einen Rechner übertragen. Ein Bildverarbei-
tungsprogramm
berechnet hier im Sekundentakt die Messdaten der Grundwasserströmung
im Filterrohr. Diese Daten werden "online" grafisch dargestellt.
Abbildung:
Ausgabe der Online-Messwertergebnisse
Dauer
der Messung:
Die Einsatzdauer
mit Auf- und Abbau liegt bei mindestens 2,5 Stunden pro Messstelle und
ist abhängig von den angetroffenen Strömungs-
verhältnissen
und der Anzahl der Messreihen pro Messstelle. Bei sehr instationären
Strömungsbedingungen oder sehr geringen Strömungs-
geschwindigkeiten
ist es erforderlich, den Messzeitraum zu verlängern, um valide Aussagen
zur Strömungsrichtung und -geschwindigkeit zu gewährleisten.
Die
Messsonde:
Das GFV-Messsystem
erfasst die Strömung in der axialen Mitte im Filterrohr und somit
entlang der den Brunnen mittig durchlaufende Strömungslinie. Die Messung
erfolgt in zwei horizontal frei durch-
strömbaren
Messabschnitten der GFV-Messsonde. Die Messabschnitte sind durch einen
Packer ca. ein Meter voneinander getrennt (vgl. Abb.4). Bei einem Messvorgang
werden zwei Messungen zeitgleich und un-
abhängig
voneinander durchgeführt. Jeder Messvorgang liefert somit Vergleichsdaten
über einen Brunnenabschnitt von ca. einem Meter und ermöglicht
eine Einschätzung der Messwertgüte und Rückschlüsse
auf die genannten Einflussfaktoren.
Das GFV-Messsystem
sieht zudem im Vorfeld der Messungen eine optische Überprüfung
der Filterrohrabschnitte mittels der Radialkamera vor, so dass Bereiche
mit verschmutzten Filterschlitzen für Messungen gemieden werden können.
Abbildung:
Messfahrzeug am Einsatzort
Voraussetzungen:
Für
Routineeinsätze ist das GFV-Messsystem in 2- bis 7-Zoll
(DN50-DN175) Messstellen einsetzbar.
Voraussetzung
für die Durchführung der Messungen ist ein einwandfreier Zustand
der Brunnenfilterrohre und Filterschlitze. Im Vorfeld der Messungen wird
der Filterrohrabschnitt, in dem die Messzellen positioniert werden, optisch
überprüft und dokumentiert. In Filterrohrabschnitten mit stark
verschmutzten Filterrohrschlitzen werden keine Messungen durchgeführt,
da die Durchströmungsverhältnisse hier so beeinträchtigt
sind, dass keine repräsentativen Messwerte gewonnen werden können.
Für
die gezielte Durchführung von Messungen (Festlegung der Messtiefe)
und eine präzise Ergebnisdarstellung werden im Vorfeld der Messeinsätze
die Ausbaudaten der Messstellen benötigt.
Da
keine Markierungsstoffe in das Grundwasser eingebracht werden, ist für
den Einsatz des GFV-Messsystems keine Genehmigung der zu-
ständigen
Wasserbehörden erforderlich.
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